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Neues aus dem Bürgerhaus

Rückblick 11.03.2016: Die Mannheimer Musikbühne

Kurzes Schaudern im Publikum
Musikbühne Mannheim zeigt eine Revue gegen das Verbieten von Musik
Text aus dem Hohenloher Tagblatt vom 11.01.2016 von Ralf Snurawa

Nicht nur mit den Schlagern von einst unterhalten wollten die Darsteller der Musikbühne Mannheim bei ihrem Auftritt im Bürgerhaus von Rot am See am Freitag. Es ging auch um rassistische Verbote.

Wie ist das, wenn ein Schlager, den schon die Spatzen von den Dächern pfiffen, plötzlich nicht mehr gesungen, ja, auch nicht mit dem Grammofon oder im Radio abgespielt werden durfte? Für die meisten Menschen ist das heute sicherlich unvorstellbar, wenn etwa Roberto Blanco nicht mehr seine Hits wie „Ein bisschen Spaß muss sein“ singen dürfte.

Vor diesem Hintergrund war die unter dem Titel „Tanz auf dem Vulkan“ zusammengefasste Revue der Musikbühne Mannheim nicht nur ein unterhaltsames Programm. Sie enthielt zum einen Hinweise, wessen Kompositionen nicht mehr gespielt werden durften, weil Komponist oder Texter Juden waren. Zum anderen kamen Einspielungen der widerlichen Ansprachen des Reichspropagandaministers Joseph Goebbels über das Deutsche in der Kunst und Musik hinzu und wie das Undeutsche „mit eisernem Besen ausgekehrt“ werden müsse.

Solche Momente erzeugten ein kurzes Schaudern im Publikum und bändigten wahrscheinlich auch etwas allzu große Ausgelassenheit angesichts der unterhaltsamen Schlager von damals. Oder es schnürte einem fast die Kehle zu, wenn Ingo Wackenhut das „Wolgalied“ von Franz Lehár schlicht im Ton und in Wehrmachtsuniform sang.


Das Publikum erfuhr daneben die Geschichte des Texters Bruno Balz, der mit dem Komponisten Michael Jary berühmte Schlager wie „Davon geht die Welt nicht unter“ und „Ich weiß, es wird einmal ein Wunder gescheh’n“ geschrieben hatte. Jary rettete den homosexuellen Balz vor der Gestapo und dem KZ. Das sechsköpfige Ensemble unter der Leitung von Dmitrij Koscheew am Klavier sang den Weltuntergangsschlager, Sopranistin und Musikbühnenleiterin Daniela Grundmann das sonst natürlich viel tiefer klingende Lied vom Wunder – aber mit viel Gefühl.

„Dein ist mein ganzes Herz“ von Franz Lehár machte den Tenor Richard Tauber weltberühmt. Er verließ Nazi-Deutschland und ging nach Großbritannien. In Rot am See ließ es Thomas Jakobs mit großem Ton wieder lebendig werden.

Ebenfalls Jude war der Operettenkomponist Paul Abraham. Sein bekanntestes Werk: „Die Blume von Hawaii“. Aber auch ein Titel wie „Ja so ein Mädel, ungarisches Mädel“ des in Ungarn geborenen Komponisten aus der Operette „Viktoria und ihr Husar“ ist heute noch bekannt. Thomas Jakobs und die Sopranistin Christian Prieur brachten das Publikum im Bürgerhaus dabei mit ihrer mitreißenden Interpretation zum Mitklatschen.

Natürlich durften in der humorvollen, aber auch empfunden gesungenen Präsentation von Schlagern aus den 1920er- und 1930er-Jahren von „Benjamin, ich hab’ nichts anzuzieh’n“ über „Ausgerechnet Bananen“ und „Wir sind von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“ auch Bissiges nicht fehlen. Jean-Michel Räber nahm diverse „Karrieren“ nach einem Tucholsky-Text mit frechem Ton unter die Lupe. Daniela Grundmann schmachtete „Meine Lippen, sie küssen so heiß“, und Christina Prieur sang innig „Irgendwo auf der Welt“. „Das gibt’s nur einmal“ wirkte dann am Ende in der verhaltenen Wiedergabe jedenfalls mehrdeutig.  Artikel vom Hohenloher Tagblatt: RALF SNURAWA

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