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Die Ausstellungen auf einen Blick

"KunstSpur.Hohenlohe" mit dem Kunstkreis "Form und Farbe" vom 29.09.-12.11.2017

"KunstSpur.Hohenlohe" das sind (von links nach rechts):
Ursula Vogg aus Bretzfeld, Dieter Nawroth aus Dünsbach, Henrik Dellbrügge aus Kirchberg/Jagst, Monika Fitzlaff, Eberhard Stein und Stefan Fitzlaff aus Mistlau, Daniela Flinspach und Willi Finteis aus Ilshofen

8 namhafte Künstlerinnen und Künstler präsentierten ihre Werke im Rat- und Bürgerhaus in Rot am See. Allesamt mit professioneller Ausbildung in den jeweiligen Gewerken, künstlerischer Neugier und souveräner Materialbeherrschung. Bürgermeister Siegfried Gröner begrüßte die Aussteller und Gäste aufs herzlichste.

Es stellen aus: Die Keramiker und Zeichner Stefan und Monika Fitzlaff aus Mistlau, der Maler und Grafiker Henrik Dellbrügge aus Kirchberg/Jagst, Willi Finteis und Daniela Flinspach aus Ilshofen, die Worte und Webarbeiten beisteuern, der Dünsbacher Holzformer Dieter Nawroth, der Maler und Graphiker Eberhard Stein aus Mistlau und die Malerin Ursula Vogg aus Bretzfeld.

Dr. Hans-Jochen Gimpel übernahm die Einführung in die Ausstellung und brachte den Gästen mit beeindruckenden Worten, die Arbeits- und Denkweise der Künstlerinnen und Künstler näher.

Nachfolgend ein Auszug aus der Rede:

 „KunstSpur.Hohenlohe ist nicht der Kunst auf der Spur, sondern hinterlässt in der Kunst Spuren, die so nachhaltig und innovativ sind, dass sie die Kunst als statischen Begriff ad absurdum führen, ihr Bewegung verleihen und integrativ unser Dasein zum Leben erwecken.

Zu den Wortbildern von Wilhelm Finteis: Wenn auch die Romantik im besonderen Maße die Lyrik beflügelt hat, so ist die Lyrik aus keiner Epoche wegzudenken, nicht nur weil Sprache in Gedichtform besonders einprägsam ist, Übergänge in die Musikwelt ermöglicht und über die Kommunikation hinaus eine eigenständige Kunstform bildet, sondern auch weil sie, im Gegensatz zur Prosa, Dinge auf den Punkt bringt, kurz und verständlich. Gerade in den letzten Jahren hat die Lyrik wieder an Popularität gewonnen, vielleicht auch als Äquivalent zur Verrohung der Sprache.

Die Zusammenarbeit zwischen Wilhelm Finteis und Daniela Flinspach, die Webarbeiten herstellt, hat zu kunstvollen Teppichen, geführt, welche die Thematik seiner Wortbilder in Farbe und Gestaltung beinhalten.

Die Erde ist Monika und Stefan Fitzlaff im besonderen Maße existentieller Quell ihres Schaffens. In ihrer Töpferwerkstatt entstehen nicht nur Gebrauchsgegenstände, sondern höchst kunstvolle Kleinodien. Die Liebe zum Material, die habtische Faszination, die von ihm ausgeht, die unendliche Variationsbreite, die es
eröffnet, lässt sie nicht los. Wen wundert es, dass beide Künstler auch auf anderen Ebenen der Gestaltung tätig sind. Zeichnung und Malerei bedarf ähnlicher Intuition.

Dieter Norwarth arbeitet mit einem außergewöhnlichen lebendigem Naturmaterial. Als Holzformer ist er nicht nur mit der Bearbeitung, sondern ebenso mit der genauen Betrachtung des Holzes beschäftigt. Seine Skulpturen sind ganz nah am Material und den Geschichten, dies es zu erzählen vermag.

In einem Dialog befindet sich auch Henrik Dellbrügge, in einem Dialog mit der Malerei. Er erläutert selbst seine Rolle in diesem Dialog indem er anführt: „Malerei betrachte ich als einen komplexen und über weite Züge zeitlich und formal nicht planbaren Dialog. Und solange der Dialog fortdauert, solange besteht zwischen mir und dem Bildwerk eine intime Beziehung, ein gemeinsamer Weg im Sinne einer starken, gegenseitigen, sich immer neu dynamisierenden Beeinflussung, hin zu einer werdenden individuellen Gestaltbildung“. Besonders die abstrakte Malerei bedient sich eines solchen Dialogs.

Mit Empfindungen, Seelenbildern, Innenansichten und fragilen Gestaltungsprozessen befasst sich Ursula Vogg. Aquarelle sind zerbrechliche Wesen. Wie hinter Glas und farbigen Schleiern bewegen sich Schimären, die mal flüchtig, mal ihren Platz behauptend, stellvertretend für die unterschiedlichsten Gefühle, dem Bild Leben verleihen. Vogg kommt es nicht darauf an, Landschaft präzise wiederzugeben, es geht um die Stimmung, den Genius Loci.

Ganz anders Eberhard Stein. Seine Graphik und Malerei hat nichts Flüchtiges oder Zufälliges. Jeder Strich, sei er auch noch so minimalistisch, ist Teil eines wohldurchdachten, kompositorischen Bildaufbaus. Aber nicht das Abbilden ist ihm wichtig, ausschließlich das Bilden. Er sucht die Stille, um Energien zu
bündeln, betrachtet die Landschaft, verinnerlicht sie und holt sie wieder extrahiert hervor. Im Ringen mit der Rätselhaftigkeit der Natur, erkennt er Strukturen, die als Gerüst dienen und seinen Landschaftsdarstellungen Stabilität verleihen. Ob es die Radierung ist, die Zeichnung, die Graphik, die Malerei, jeder Disziplin widmet er sich mit dem gleichen Ernst und absoluter Hingabe.

Dr. Gimpels abschließenden Worte galten der Kunst im Allgemeinen: „Wenn auch manch einer skeptisch Kunst als etwas Elitäres, Abgehobenes, vielleicht sogar Verzichtbares erachtet, so wird er letztlich erkennen müssen, dass sie in jedem Material, in jedem Umgang damit versteckt ist. Aber Kunst ist nicht einfach so da – sie entsteht. Sie ist unabdingbar ein Teil von uns, von unserem Leben, unserem Sein, unserer Kultur…“

Musikalische Umrahmung durch Frank Neumann am Cello
Musikalische Umrahmung durch Frank Neumann am Cello
Dr. Hans-Jochen Gimpel führte mit beeindruckenden Worten in die Ausstellung ein
Dr. Hans-Jochen Gimpel führte mit beeindruckenden Worten in die Ausstellung ein

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